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Berliner Spitznamen und ihre Entstehung

Der Berliner als solcher ist bekannt dafür, dass er sein Herz auf der Zunge trägt und ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten seines Gegenübers die Dinge beim Namen nennt. Und wenn ihm der Name nicht gefällt, erfindet er kurzerhand eine Neuen, der gleich zum Ausdruck bringt, was er von der ganzen Sache hält. Auf dem Gebiet der Spitznamenverteilung in seiner Stadt hat es der Berliner über die Jahre zu einer wahren Meisterschaft gebracht. Meist dadurch begründet, dass ihm die offiziellen Namen zu lang und umständlich sind oder weil er sein spöttisches Gemüt an der Sache bzw. den aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten auslassen will.

Unsere Top 10 haben wir hier im Folgenden zusammengestellt:

GedächtniskircheDer Hohle Zahn

Im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde ein Großteil der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche Ende der 1950iger abgerissen und neu gestaltet. Die Ruine des ursprünglichen Kirchturmes blieb erhalten. Ein moderner Glockenturm und ein Kirchenschiff wurden neu erbaut. Der entstandene Kontrast der Bauwerke sorgte für die Beflügelung der Phantasie und so ist der Hohle Zahn als Bezeichnung für die Turmruine heute geläufig. Die nachträglich erfundenen Namen Lippenstift und Puderdose für den neuen Glockenturm bzw. für das neue Kirchenschiff lassen den Berliner jedoch eher den Kopf schütteln. Das Ensemble als Ganzes bezeichnet er lieber kurz mit Gedächtniskirche.

Der Wasserklops

Direkt neben der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz befindet sich seit 1983 der Wasserklops. Eigentlich heißt er Weltkugelbrunnen, denn er stellt symbolhaft die Erde dar. Wegen seiner Größe und Präsenz auf dem Platz verpasste ihm der Berliner diese Bezeichnung für einen zu groß geratenen Fleischkloß.

Die Goldelse

Mit diesem Kosewort bezeichnet der Berliner die Siegesgöttin Viktoria auf der Siegessäule im Tiergarten. Die Siegessäule wurde 1873 als Denkmal für die Einigungskriege zwischen 1864-1871 eingeweiht. Den Spitznamen erhielt sie nach dem Bestselleroman „Goldelse“ von E. Marlitt aus dem Jahre 1866. Der Roman wurde als Fortsetzungsroman in der illustrierten Zeitschrift „Die Gartenlaube“ veröffentlicht und erreichte eine bis dahin nie gekannte Anzahl an Lesern. Die Protagonistin Elisabeth wird wegen Ihres gold-blonden Haares liebevoll Goldelse genannt. Der Vergleich zur vergoldeten Viktoria lag daher nahe.

Bikini Berlin gebäudeDas Bikinihaus

Gleich neben der Gedächtniskirche befindet sich das Bikinihaus. Das Ende der 1950iger Jahre entstandene Gebäude hatte als zweite Etage ein Luftgeschoss. Die Etagen darüber und darunter waren hingegen normal geschlossen. So gab es also oben und unten etwas und in der Mitte nichts, wie bei einem Bikini, der Anfang der 1960iger seinen Siegeszug antrat. Ob das Haus je einen richtigen Namen hatte, weiß wohl heute niemand mehr. 1978 wurde das Zwischengeschoss baulich geschlossen, der Name aber blieb. Im vergangenen Jahr eröffnete die Mall Bikini Berlin in dem komplett rekonstruierten Gebäude und trägt den Namen nun ganz offiziell in die Zukunft.

Der Tränenpalast

Während der deutschen Teilung von 1961 bis 1989 befand sich in diesem Gebäude die Grenzübergangsstelle Berlin-Friedrichstraße. Hier wurde der gesamte Ostberliner Ausreiseverkehr per Zug nach West-Berlin und in die Bundesrepublik abgefertigt. Hier verabschiedeten sich die Ostberliner unter Tränen von Ihren Verwandten aus dem Westteil nach deren Besuchen. Das Gebäude war Anfang der 1960iger Jahre ein moderner Neubau, der im Vergleich zu den immer noch kriegsgezeichneten Gebäuden in seiner Umgebung den Menschen, wie ein Palast erschien. Außerdem war der Zutritt ohne Ausreisegenehmigung nicht gestattet. So etablierte sich der Name unter den Ostberlinern und seit der Wiedervereinigung auch in ganz Berlin und ist heute mehr als ein Spitzname; ein Synonym für ein Stück Geschichte der geteilten Stadt.

Die Schwangere Auster

Diese Bezeichnung für die Kongresshalle/Haus der Kulturen der Welt ist nicht besonders schmeichelhaft. Dennoch hat sich der Name auch im Sprachgebrauch des Berliners etabliert, sieht doch das Gebäude in der Tat wie eine zu dick geratene Muschel aus.

ICC AnsichtRaumschiff Enterprise

Das Bauwerk mit den meisten Spitznamen ist unangefochten das Internationale Congress Centrum (ICC). Aufgrund seiner Größe und seines futuristischen Aussehens konnte sich die Phantasie des Berliners hier so richtig austoben. Mit wechselnder Intensität kursierten in den letzen 35 Jahren Namen wie: Kongressdampfer, Panzerkreuzer Protzki, Arche Noah, Panzerkreuzer Charlottenburg und viele mehr.

Die Hungerharke

Etwas abschätzig ist die Bezeichnung schon für das Luftbrückendenkmal am ehemaligen Flughafen Tempelhof. Während der Blockade Westberlins 1948/49 versorgten die Westalliierten die Stadt mit allem Lebensnotwendigen aus der Luft. Die drei Zacken symbolisieren die drei Luftkorridore, über die Berlin über Monate von den Rosinenbombern angeflogen wurde.

Der Bierpinsel

Unter der Bezeichnung Turmrestaurant Steglitz wurde das ca. 50 m hohe Gebäude 1976 eröffnet. Der Berliner konnte der Eingebung der Architekten, mit dem Gebäude einen stilisierten Baum zu schaffen, nicht folgen. Für ihn sieht das Ding aus wie ein aufrecht stehender Pinsel mit gastronomischer Funktion.

Quadriga auf demBrandenburger TorDie Retourkutsche

Dieser Spitzname für die Quadriga auf dem Brandenburger Tor ist über die Jahre etwas in Vergessenheit geraten und ist nicht jedem Berliner heute noch geläufig. Er ist dennoch ein schönes Beispiel für den Berliner Zeitgeist und dessen spitze Zweideutigkeit. Als Napoleon 1806 in Berlin einmarschierte, ließ er die Quadriga als Trophäe nach Paris schaffen. Der Berliner empfand das nackte Brandenburger Tor in Verbindung mit der französischen Besatzung seiner Stadt als Schmach. Nach der endgültigen Niederlage Napoleons und dem Einmarsch Marschall Blüchers in Paris 1814 wurde die Quadriga dort wiedergefunden und konnte nach Berlin zurückgeholt werden. Hier bezog sie mit viel Pomp und Gloria wieder ihren angestammten Platz und war von nun an die Retourkutsche.

Jedoch sind beileibe nicht alle Spitznamen, die allgemein Bekanntheit erreicht haben, auch wirklich dem Berliner Volksmund entsprungen. Oftmals werden gerade für Gebäude der Neuzeit Spitznamen in der Öffentlichkeit lanciert, in der Hoffnung der Berliner werde sie in das vorhandene Benennungs-Repertoire aufnehmen. Er lässt sich jedoch nicht einfach etwas unterschieben sondern entscheidet selbst. Und so kommt es, dass sich viele Bezeichnungen im Alltag nicht durchsetzen und lediglich in der Presse und im Touristenführer der sprachlichen Ausschmückung dienen um Berlin-Besucher und Zugereiste zu beindrucken.

Als Beispiele sind hier genannt:

Die (höhere) Beamtenlaufbahn
für die obere Brücke über die Spree zwischen dem Paul-Löbe-Haus und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Der Telespargel
IMAG1750für den Berliner Fernsehturm

Die Waschmaschine
für das Kanzleramt

Der lange Lulatsch
für den Funkturm auf dem Messegelände

Lippenstift und Puderdose
für den neuen Glockenturm und das neue Kirchenschiff der Gedächtniskirche

 

Kennen Sie noch weitere Berliner Spitznamen?

 

Quelle: Wikipedia

 

 

 

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KOMMENTARE

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  1. Siegfried Hirstowski sagte am :

    Fernsehturm am Alex:
    – Sankt Walter
    -Ulbricht-Kathedrale

    Wegen des Kreuzes, das bei Sonnenschein auf der Kugel sichtbar ist