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Ein Gute-Laune-Abend im Schlager-Wunderland

Aktivitäten, Berlin, Kultur, Veranstaltung

Mireille Mathieu und Peter Alexander © Edtih Held / Fokke Hoekman

Die Geschwister Pfister sind seit Jahren eine feste Institution im Spielplan der Bar Jeder Vernunft. Bekannt für Ihren Humor der einen nach Luft schnappen lässt, haben sie eine ergebene Fangemeinde in der Hauptstadt aufgebaut.

Im Gegensatz zu früheren Programmen, in denen man oft den Eindruck hatte, das Trio (mit Fräulein Schneider) hätte den Zuschauern etwas mitzuteilen, scheint es diesmal so, als würden sich Ursli & Toni Pfister (ohne Fräulein Schneider) selbst einen lang gehegten Wunsch erfüllen: einen Ausflug in die Schlagerwelt der 60iger und 70iger. Aber natürlich werden nicht x-beliebige Schlager wieder aufgewärmt, sondern es treten die zwei größten Vertreter Ihrer Zunft auf – Peter Alexander und Mireille Mathieu. Live und in Farbe.

Erschreckend perfekt gibt Peter Alexander seine dramaturgisch durchgestylten Moderationstexte zum Besten deren Pointen damals noch für echte Lacher sorgten. Und Mireille Mathieu singt noch akzentuierter als vor 40 Jahren und treibt die Mimik bis zu einer verzerrten Maske, so dass man mit dem Original schon fast Mitleid empfindet.
Nicht nur optisch perfekt sondern auch mitreißend und künstlerisch originell präsentieren Peter und Mireille ihre Show. Der Gegenbeweis für die H-Schwäche der Franzosen ist ebenso ein Highlight wie der Sänger-Wettstreit Wien vs. Paris. Sehr angenehm ist auch, dass Ursli sich mit seinem Part der Show auf Augenhöhe mit Toni befindet und nicht, wie so oft, den supporting act für Toni mimt.
Ganz selbstverständlich entwickelt sich im Verlauf des Abends der Background-Chor im Publikum und Peter Alexander sorgt mit Nachdruck dafür, dass auch Sie am Ende des Programms den Takt des Refrains zu „Akropolis Adieu“ korrekt mit klatschen können.

Die Bühne in der Bar Jeder Vernunft

Auch wenn Sie durch die Gnade der späten Geburt gesegnet sind, und die Ära der großen Fernsehunterhaltung noch nicht bewusst miterlebt haben, wird Sie der Abend nicht enttäuschen. Unbeeinflusst von Sentimentalität und dem Früher-war-alles-besser-Gefühl können Sie die herausragende gesangliche Leistung und künstlerische Perfektion der Show auf sich wirken lassen. Und zwischen Staunen und Begeisterung wird Sie die Erkenntnis beschleichen, dass sich zuweilen sinnfreies Liedgut einer fast vergessenen Zeit unter den richtigen Vorzeichen in aktuelles Kulturgut verwandelt.