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Königin Luise Sommertour – Die Pfaueninsel

Aktivitäten, Beitragsserie, Berlin, Geschichte, Kultur
Pfaueninsel Schloss

Pfaueninsel Schloss ©SPSG, Foto: Hans Bach

Ein Besuch der Pfaueninsel kommt einer Zeitreise gleich. Bereits  die kurze Überfahrt mit der Fähre „Luise“ und dem Anblick des Fährhauses in Fachwerkoptik sind die passende und zugleich die einzig mögliche Einstimmung zum Erleben dieses besonderen Gartens. Einen anderen Zugang zur Insel gibt es nämlich nicht.Vom Wasser aus bleibt das Innere der Insel den Blicken verborgen. Sind doch die Ufer dicht mit Bäumen und Unterholz bewachsen. Erst nach dem Betreten entdeckt man das offen und vielseitig gestaltete  Innere des  Eilandes. Die Wege sind keinesfalls zufällig angelegt. Hinter jeder Kurve eröffnen sich neue Sichten und Blickpunkte.  Sei  es auf uralte Eichensolitäre, architektonische  Schmuckstücke oder den Weg kreuzende freilaufende Pfaue.
1793 erwarb Friedrich Wilhelm II. die naturbelassene Insel und begann sie nach seinem Geschmack zu gestalten. Viel Zeit, die Schönheiten der Insel zu genießen, blieb ihm jedoch nicht. Bereits 1797 verstarb er und sein Sohn Friedrich Wilhelm III. übernahm mit Königin Luise die Insel. Sie nutzten die Pfaueninsel gelegentlich als Sommersitz und Ausflugsziel, schätzten doch Beide die ländliche Zurückgezogenheit im Kreise Ihrer Kinder. Dennoch gab man Schloss Paretz als dauernden Sommersitz den Vorzug.

Tipp: Erstehen Sie im Fährhaus-Shop den Inselführer „Pfaueninsel“ im Taschenformat für € 5,95. Er enthält einen detaillierten Inselrundgang.

Das Schloss

Hält man sich am Fährhaus linker Hand, erblickt man schon nach wenigen Schritten und einem kurzen Anstieg das weiße Schloss. Zu regelmäßigen Zeiten finden Führungen durch die Räume statt. Nach dem Tode Friedrich Wilhelms III. wurde das Schloss nicht mehr genutzt. Von Kriegen und anderer Unbill verschont, kann man die Einrichtung bis heute im Original bestaunen. Viele Ausstellungsstücke stammen aus dem persönlichen Besitz der Königin. Eine Vielzahl von Bildern zeigen Motive der Königin und ihres Gemahls sowie Gartenansichten der Insel aus verschiedenen Epochen. Auch die Schlafzimmer der Majestäten können besichtigt werden.

geöffnet von April bis Oktober
Dienstag bis Sonntag 10.00 bis 17.30 Uhr
Montag geschlossen
Eintritt: € 3,00 / ermäßigt € 2,50

Der Weg zur Meierei

Die Meierei befindet sich vom Schloss aus gesehen am entgegengesetzten Ende der Insel. Es empfiehlt sich einen Abstecher über den Rosengarten zu nehmen und von dort auf dem Mittelweg die Insel zu durchqueren. Im Bereich des Rosengartens besteht die größte Change, auf Einen der freilebenden Pfaue zu treffen. Am Ende des Rosengartens beginnt der Mittelweg. Er führt zunächst über eine freie Fläche mit verschiedenen Sichtachsen. Linker Hand erreicht man den Lamabrunnen. Einst war er Bestandteil des Lamahauses der königlichen Menagerie. Im Jahre 1842 wurden die meisten Tiere in den neu geschaffenen Berliner Zoo überführt. Der Brunnen blieb als einziges Zeugnis der Anlage erhalten. Rechts erblickt man zwischen den Bäumen die hohe Fontäne. Dem Mittelweg weiterfolgend erblickt man bald rechts das Kavalierhaus. Zuerst als Gärtnerwohnung genutzt, diente es später nach Um- und Ausbauten der Königlichen Familie als Sommerwohnung. Ein Stück hinter dem Kavalierhaus führt ein Weg rechts zur Liegewiese. Hier kann man picknicken und in der Sonne liegen. Alsbald öffnet sich der Blick wieder und man betritt das Gebiet der Laichwiese. Diesem Teil der Insel wurde bewusst ein eher ländlicher denn Parkcharakter gegeben. Selbst der Weg ist nun kein Parkweg mehr, sondern eher ein Feldweg. Linker Hand hat man einen Durchblick zur Havel, rechter Hand erblickt man bereits die weiße Meierei. Der Weg führt im Bogen dorthin und mit etwas Glück kann man in diesem Bereich der Insel auch die friedlich grasenden Wasserbüffel ausmachen.

Die Meierei

Pfaueninsel Berlin

Meierei ©SPSG, Foto:Hans Bach

Bevor man die Meierei erreicht, passiert man noch ein rotes Gebäude. Dies ist der 1802 erbaute Kälberstall. Bereits seit 1826 wird er jedoch als Wohnung genutzt. In der Meierei selbst kann man die historischen Räume und eine Ausstellung zur Geschichte der Pfaueninsel besichtigen. Das Highlight ist zweifelsohne der Gotische Saal. Jedoch finden die Führungen nur im Winterhalbjahr statt. In der Molkenstube im Erdgeschoss finden sich diverse Utensilien, die früher in der Milchwirtschaft auf der Pfaueninsel zum Einsatz kamen.

geöffnet von November bis Dezember
Samstag, Sonntag und Feiertag 11.00 bis 15.30 Uhr
geöffnet von April bis Oktober
Samstag, Sonntag und Feiertag 10.00 bis 17.30 Uhr
Eintritt: € 2,00 / ermäßigt € 1,50

Der Luisentempel

Luisentempel

Luisentempel©SPSG, Foto:Hans Bach

lässt man den Blick von der Meierei über die angrenzenden Wiesen schweifen, erblickt man den Luisentempel am Waldrand. Friedrich Wilhelm III. hat ihn errichten lassen, um das Andenken seiner Gemahlin zu bewahren. Die Säulenfront ist aus Sandstein gefertigt und stand ursprünglich 1810 als Portikus für das Mausoleum der Königin Luise im Park Charlottenburg. Bereits 1829/30 wurde er auf die Pfaueninsel versetzt. In der Halle hinter der Front befindet sich auf einem Sockel eine Büste der Königin. Vom Luisentempel empfiehlt sich der Weg zurück zur Fähre, indem man nun die Havel immer linker Hand im Auge behält. Dabei passiert man weitere interessante Punkte der Insel wie: den Kunkelstein, den Jagdschirm, das Pfauengehege, den Ergänzungs-Rosengarten sowie
den Fregattenhafen und die Gärtnerei.

Betriebszeiten der Fähre
Mai bis August 09.00 bis 20.00 Uhr
September 09.00 bis 19.00 Uhr
Oktober 09.00 bis 18.00 Uhr
November bis Dezember 10.00 bis 16.00 Uhr
Sonderregelungen zu Feiertagen
Überfahrt: € 3,00 / ermäßigt € 2,50

Tipp: Die Hörstationen
An fünf markanten Orten auf der Insel bieten Hörstationen Gelegenheit, sich mit einzelnen Themen der Inselgeschichte zu nähern. Die Hörbeiträge sind für Smarthones über das mobile Internet abrufbar.
Die Kosten sind tarifabhängig. Im Internet stehen die Hörstationen zum kostenlosen Download zur Verfügung: www.luise.tomis.mobi

Lage und Anfahrt

Die Pfaueninsel liegt im Südwesten Berlins inmitten der Havel und gehört zum Ortsteil Wannsee. Von der Autobahnabfahrt Wannsee an der A115 (AVUS) fährt man ca. 6 km auf der B1 in Richtung Potsdam. Dem Hinweisschild zum Rechtsabbiegen zur Pfaueninsel folgen. An der Anlegestelle befindet sich ein Parkplatz. Die Insel darf nur zu Fuß betreten werden. Fahrräder und Hunde sind nicht gestattet. Sind Sie ohne Auto unterwegs, nehmen Sie ab S-Bahnhof Wannsee den Bus 218 in Richtung Pfaueninsel. Die Fahrt dauert 10 Minuten. Die Endhaltestelle befindet sich direkt an der Anlegestelle. Der historische Doppeldecker-Bus fährt Mo-Fr im Stundentakt (Minute 51) am Wochenende halbstündlich (21 & 51).

Entdecken Sie die weiteren Etappen:
Unsere Königin-Luise-Sommertour
Die Luiseninsel im Tiergarten
Schloss Charlottenburg

Quellen:
www. spsg.de
www.wikipedia.de

Unsere historische Bibliothek

Beitragsserie, Berlin, Geschichte, Louisa´s Place

Der charaktervollste Raum im Erdgeschoß ist zweifellos unsere Bibliothek. Hier können Sie sich zu entspannter Konversation zurückziehen,
ein gutes Buch lesen oder einen Kaffee genießen. Das aussergewöhnliche Ambiente möchten wir Ihnen heute näher bringen.

Boiserie Teilansicht

Die grosse Boiserie über dem Kamin

Das dominierende Gestaltungsmerkmal dieses Raumes ist die antike 12-teilige Boiserie (franz. Für Holzvertäfelung). Das Gutachten des Sachverständigen Büro Karin Sonnenthal in Berlin beschreibt die historischen Holzvertäfelungen:

„ … 12 Boiserien unterschiedlicher Größe
wohl Frankreich, aus der Zeit um 1770/80 (Louis-Seize), gearbeitet in Eiche/massiv, handgeschnitzt, gefasst, die Höhen vergoldet, kleine wenige Reparaturstellen.
Die Teile waren  Vertäfelungen eines Musik- und/oder Speisezimmers, verdeutlicht durch die geschnitzten Mandolinen, Geigen, Posaunen, Jagdhörner, ect. Die geschnitzten Dekorationen, Blütenbehang, Schleifen sowie andere florale Ornamente belegen die Louis-Seize-Zeit.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bibliothek mit Bild

Bibliothek mit Boiserien und Bild

Die vorhandenen Vertäfelungen sind so verwendet, dass allseitig Symmetrien entstehen – die schmalen Teile sind in Form von Pilastern verwendet, die breiten, großen Tafeln lassen sich zum Teil als Schranktüren öffnen. Ein kürzeres Boiserieteil dient als Kaminbekrönung, zwei weitere flankieren den Kaminbau. Für die neu und ergänzend herzustellende Vertäfelungen, Sockel und Gesimse wurden die Profile der historischen Teile abgenommen und zudem antiquisierend und farblich angepasst, gebeizt und patiniert – ohne die Originalstücke in ihrer Wirkung oder ihrem Alterungszustand kopieren zu wollen.
Die Kaminmaske und die Bodenplatte bestehen aus massivem Sandstein, fast honigfarben mit feinen Maserungen.

Der Fußboden ist der Qualität der Wandvertäfelung angepasst. Das ebenso aufwendig und in reiner Handarbeit von einer französischen Möbel- und Parkettschreinerei hergestellte Tafelparkett besteht aus massiver Eiche und ist zusätzlich patiniert und antiquisiert. Die Gestaltung des Parkettes geht auf Schloss Versailles zurück. Die Holzverbindungen mit Nut und Feder sind zusätzlich mit Holznägeln gesichert und nach historischen Vorbildern hergestellt. Die Verlegetechnik diagonal im Raum mit umlaufender Stabparkettbordüre rundet das Gesamtensemble ab.

Bibliothek Fensterfront

Bibliothek mit Fensterfront

Die Fenstervorhänge bestehen aus feinstem glattem Taftgewebe (Hersteller: Leliévre, Paris).
Die farbpassende Baumwoll-Futtersatinette unterstreicht durch die aufwendige Fertigung der Fensterdekoration die Qualität des Raumes. Auch die Aufhängung der Vorhänge an kannelierten, patinierten Messingstangen mit kannelierten Ringen und gegossenen Endknöpfen folgt diesem Anspruch.

Die Gemälde an den Wänden stellen Windspiel-Szenarien dar. Es handelt sich um Kopien nach historischen Motiven.

Zwei grosse eichene Flügeltüren bilden die Verbindung zum angrenzenden Gartenzimmer.

Lesen Sie alle Beiträge dieser Serie:
Historische Baukunst erleben – Ein Hotelrundgang im Louisa´s Place
Der Empfang im Louisa´s Place
Unsere Lounge
Unser Gartenzimmer
Etagenfluchten mit Seele
Unser Wellnessbereich

 

Unsere Lounge

Beitragsserie, Berlin, Geschichte, Louisa´s Place
unsere Lounge im Louisa´s Place

Unsere Lounge

Der angrenzende Raum an den Empfangsbereich bietet unseren Gästen eine stilvolle Möglichkeit unabhängig vom Hotelempfang selbst Gäste zu begrüssen und verkürzt die Wartezeit auf einen Termin oder den Fahrservice. Die Möblierung und die Wandbespannung erzeugt eine anheimelnde Atmosphäre, die eine räumliche Ruhe erzeugt; trotz der direkten Nachbarschaft zum Empfang.

Die Wände sind mit gestreift gewebtem, fliederfarbenem Baumwollstoff verkleidet. Der Stoff wurde auf Untergewebe und auf spezielle Spannleisten verspannt.
Der Teppichboden in diesem Raum, wie ebenfalls auch im Flur des Erdgeschosses, ist mit dem klassischen Motiv der Palmette entworfen worden. Die Palmette (franz. Palmbäumchen) ist eine Form der Ornamentik, die in künstlerisch-abstrakter  Darstellung einen Palmwipfel abbildet. Die sich wiederholende Darstellung ergibt ein fortlaufendes Muster.  In diesem Raum befindet sie sich in den Bordüren, die exakt nach den Konturen und parallel zu den Wänden verlaufen. Die Anfertigung erfolgt nach detaillierten zeichnerischen Darstellungen und präziser Farbauswahl im aufwendigen Handtufting-Verfahren. Dies ist ein Verfahren zur Teppichherstellung, bei dem im Gegensatz zur Knüpftechnik ganze Garnbüschel von der Rückseite des Teppichs eingebracht werden.

Kamin in der Lounge

Der Kamin mit den beiden Karyathiden

Bei  dem Kamin handelt es sich um eine Kaminmaske, die aus Terrakotta neu gefertigt wurde. Dies ist somit ein Unikat. Als Vorlage diente ein antiker Kamin, der jedoch nur noch in Teilen vorhanden war. Zwei Karyathiden mit Lorbeerkranz bilden rechts und links die beiden Tragelemente. Eine Karyatide ist eine weibliche Skulptur, die in der Architektur die tragende Funktion einer Säule übernimmt. Sie hat Ihren  Ursprung in der Griechischen Architektur und wurde im Barock und Klassizismus als Gestaltungselement wiederentdeckt.
Die Fliesen am Boden sind handgeformt und farblich der Maske angeglichen.

Bilder in der Lounge

Heliogravuren mit Friedrich II.

Die Bilder an den Wänden zeigen verschiedene Szenen mit Friedrich II.. Es handelt sich um Original Handpress-Kupferdrucke, sogenannte Heliogravuren, von Georg Schöbel.  Heliogravuren entstehen durch ein frühes fotografisches Druckverfahren, das echte Halbtöne darstellen kann. Zwischen 1879 und ca. 1920 entwickelte sich das Verfahren und wurde intensiv genutzt.  Danach verlor es für den industriellen Gebrauch mehr und mehr an Bedeutung. Heute wird das Verfahren wegen seiner Ausdruckmöglichkeiten nach wie vor gern von Fotokünstlern genutzt. Georg Schöbel                                                                                                       (1860- ca. 1930) war ein Berliner Historienmaler. Er spezialisierte sich auf Szenen aus dem                                                                                               Leben Friedrichs des Grossen.

Die Bilder in der Lounge zeigen im Uhrzeigersinn umlaufend:
Friedrich der Grosse und Voltaire
Friedrich der Grosse auf der Freitreppe des Schlosses Sanssouci
Friedrich der Grosse im Stadtschloss
Bittschriftenlinde
Sonniger Tag in Potsdam
Sanssouci im Mondenschein

Lesen Sie alle Beiträge dieser Serie:
Historische Baukunst erleben – Ein Hotelrundgang im Louisa´s Place
Der Empfang im Louisa´s Place
Unsere historische Bibliothek
Unser Gartenzimmer
Etagenfluchten mit Seele
Unser Wellnessbereich

Der Empfang im Louisa´s Place

Beitragsserie, Berlin, Geschichte, Louisa´s Place

Bereits beim Betreten unseres Louisa´s Place werden Sie bemerken, dass dies keine übliche Hotellobby ist. Es gibt keinen dominierenden Hoteltresen und kein Schlüsselboard ist zu sehen. Stattdessen begrüsst Sie im Entree ein Mitarbeiter an einem kunstfertig  gearbeiteten Tisch mit einer massiven Natursteinplatte und zwei Gästeplätzen davor.

Empfang

Empfang mit Blick zur Lounge

Sämtliche Wände im Empfangsbereich und den angrenzenden Fluren im Erdgeschoss sind mit einer sogenannten Bossenmalerei ausgeführt. Dies ist eine Kunst durch die Nachahmung von Naturmaterialien nicht Vorhandenes optisch real erscheinen zu lassen. Auf die rau gespachtelten Wände – ähnlich eines Hausfassadenputzes – sind nach detaillierten Plänen und Wandabwicklungen die Schattenstriche der „Putzkerben“ illusionistisch von Hand aufgetragen worden. Somit entsteht der Eindruck einer unverputzten Natursteinmauer. Rhythmisch gliedernde Stuckpilaster gliedern die glatten Wandflächen und unterstützen als klassizistisches Element diese Stilprägung.

Der Teppich im Empfangsbereich besticht durch seine Auffälligkeit in Grösse und Farbe. Es ist ein „Savonnerie-Teppich“ aus der Manufacture d´Aubusson in Frankreich. Diese Teppiche werden auf einem Hochwebstuhl gefertigt. Die Kettfäden werden vertikal montiert und der Teppich Knoten um Knoten in Handknüpftechnik  hergestellt. Ca. 400-600 Arbeitsstunden pro qm sind nötig, um solch einen Teppich zu erschaffen. Bereits 1665 wurden in Aubusson Teppiche gewebt, die für die Schlösser von Versailles bestimmt waren bzw. ausländische Fürsten als Geschenk dargebracht wurden. Mit MRD (Manufacture Royale d´Aubusson) signiert, waren Sie ein Inbegriff für Handwerkskunst auf höchstem Niveau. 1786 sind in einer Inventarliste von Versailles bereits über 100 Teppiche von Aubusson verzeichnet. Die Teppiche werden auch heute noch nach historischen Vorlagen traditionell gefertigt. Werkzeuge und Techniken haben sich seit mehreren Jahrhunderten nicht verändert.
Der Teppichboden in den angrenzenden Flurbereichen ist mit  handgetufteten Bordüren mit sich wiederholenden Palmettenmotiven gestaltet. Die Palmette (franz. Palmbäumchen) ist eine Form der Ornamentik, die in künstlerisch-abstrakter  Darstellung einen Palmwipfel abbildet.

Blick vom Empfang

Sicht vom Empfang

Ein prägnantes klassizistisches Thema sind Sichtachsen, die der englisch geprägten Park- und Landschaftsgestaltung entnommen sind. Im Erdgeschoss lässt sich dieses Gestaltungelement aufgrund des langen schmalen Flurbereiches gut umsetzen. So öffnet sich der Blick beim Gang in den hinteren Bereich durch die geöffneten eichenen Flügeltüren in das mit Tromp l´oeil  Malerei verzierte Gartenzimmer. Der Glastisch vor dem Gartenzimmer ist ein Louis-XVI Tisch mit klassischer Gessomalerei in schwarz mit goldfarbenen Fassungen und reichhaltiger florentinischer Motivmalerei. Auffallend  sind die geschweiften Kreuzverbindungen.
Beim Blick in die Gegenrichtung entdeckt man das geschäftige Treiben durch die Glastür im Salon Udo Walz. Auch die Sichtachse in Richtung Empfang, entlang der Aufzüge, öffnet sich durch die Verglasung und gibt den Blick auf das Geschehen frei.

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Historische Baukunst erleben – Ein Hotelrundgang im Louisa´s Place

Beitragsserie, Berlin, Geschichte, Louisa´s Place

Mit unserer neuen Beitragserie möchten wir Sie auf einen Rundgang mitnehmen; einen architektonischen Rundgang durch unser Louisa´s Place am Kurfürstendamm. Wir zeigen Ihnen unsere detailreiche Innenausstattung und bieten Ihnen interessante Hintergrundinformationen zu einzelnen Dekorationselementen.

Gartenzimmer im Louisas Place

Unser Gartenzimmer

Das Innere unseres Louisa´s Place präsentiert sich im sogenannten Berlin-Preussischen Stil. Dieser Begriff  ist aus architektonischer Sicht jedoch nicht ganz korrekt. Gemeint ist der für Berlin und Potsdam prägende Stil des Klassizismus im Sinne Schinkels, Perseus´ und anderer Baumeister.
Sei es in unserer Bibliothek mit ihren Boiserie-Vertäfelungen, in der Lounge mit ihren Stofftapeten und Heliogravuren oder dem dezenten Gartenzimmer mit seiner Trompe l´oeil  Malerei – überall zeugt das Haus von seiner großbürgerlichen Tradition in Kombination mit behutsam ergänzten modernen Standards. Beim Meublement gehen antikes und modernes Dekor eine Symbiose in zeitgenössischer Ästhetik ein. Stilbewusste Architekturtreue kennzeichnet die gesamte Inneneinrichtung. Kassettierungen, Stuckpilaster sowie Sichtachsen sind die grundlegenden Gestaltungselemente in all unseren Räumlichkeiten. Einladende Grosszügigkeit und höchster Komfort setzen sich auch in unseren Suiten fort. Sanfte Naturfarbtöne, helle Wände und wiederkehrende Dekorelemente schlagen die gestalterische  Brücke zu den öffentlichen Bereichen.

Gestaltet wurde das Interieur von der Berliner Innenarchitektin Etchika Werner. Ausgezeichnet als Haute-Couture-Inneneinrichter (-in) 2000, startete die Berlinerin vor mehr als 25 Jahren mit einer Fülle von neuen Ideen für Formen und Farben. Zu einer Zeit des „Braun-Beige“  setzte sie in eigenen Kollektionen für Teppiche, Dekorationsstoffe und Keramiken Trends zum ungewöhnlichen Ambiente. Ihre frühe Verbundenheit zu feinsten Textilien von höchster Qualität blieben dabei  immer wichtiger und bestimmender Bestandteil ihre anspruchsvollen innenarchitektonischen Entwürfe und Ausstattungen. Die zurückhaltende Schlichtheit einfarbiger Baumwoll- und Leinenstoffe rundeten  das Spektrum ihrer textilen Gestaltung ab. Nach Ihren individuellen Entwürfen wurden in handwerklicher Perfektion Fensterdekorationen, textile Wandbespannungen und nobel-elegante Tischwäsche gefertigt.

Historische Bibliothek im Louisas Place

Unsere historische Bibliothek

Die Detailgestaltung in den einzelnen Räumlichkeiten unseres Hotels möchten wir Ihnen in den weiteren Beiträgen näher vorstellen. Viele interessante architektonische und künstlerische Details können Sie hier erfahren und bei Ihrem nächsten Besuch selbst entdecken. Folgen Sie uns auf unserem Rundgang durch unser Louisa´s Place Berlin!

Lesen Sie alle Beiträge dieser Serie:
Der Empfang im Louisa´s Place
Unsere Lounge
Unsere historische Bibliothek
Unser Gartenzimmer
Etagenfluchten mit Seele
Unser Welnessbereich

Friederisiko – Privataudienz beim König

Aktivitäten, Allgemein, Geschichte, Kultur

Friedrich der Grosse ©SPSG, Foto: Wolfgang Pfauder

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Sollten Sie schon einmal von einem König gehört haben, der die Kartoffel nach Preussen brachte und dessen Knauserigkeit sprichwörtlich ist, dann sollten Sie diese Ausstellung lieber nicht besuchen, denn nichts von alledem werden Sie hier wiederfinden.
Aber auch als Interessierter für preußische Geschichte im Allgemeinen und Friedrich II. im Speziellen, sollten Sie vor Ihrer Audienz ein paar Hausaufgaben machen. Die Ausstellung ist derart umfangreich, dass sich die Ganzheit im Rahmen eines Besuches nur schwer erleben lässt. Daher sollten Sie im Vorfeld die Themengebiete auswählen, die Sie besonders interessieren. Dazu bietet sich die gleichlautende Internetseite der Ausstellung an.  Nach der Besichtigung Ihrer Favoriten vor Ort entscheiden Sie einfach spontan welche Gebiete Sie außerdem ansehen möchten. Die Ausstellung ist nicht zu vergleichen mit den Ihnen vielleicht bekannten Schlossbesichtigungen, während derer Sie von Objekt zu Objekt lustwandeln und sich an der Pracht der Räume und des antiken Interieurs erfreuen. Nein, hier ist intellektueller Einsatz gefragt und ein historisches Grundwissen über das 18. Jahrhundert ist von Vorteil. Damit sind Sie gut vorbereitet, um in die charakterlichen Tiefen Friedrich II. einzutauchen.

Seine königliche Hoheit lässt bitten!

Marmorsaal ©SPSG, Foto: Hans Bach

Das Besondere ist die Tatsache, dass fast das gesamte Neue Palais (72 Säle) für die Besucher zugänglich ist. Somit werden Sie auch  Räume entdecken, die ihrer Restaurierung noch harren und üblicherweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Sie können sich innerhalb des Schlosses fast uneingeschränkt bewegen und Ihren Weg frei wählen. Bleiben Sie nur strikt auf den maulbeerfarbenen Pfaden und öffnen Sie nur Türen mit einer grünen Papierrosette an Knauf. Zur Auswahl stehen 12 Themengebiete, davon führt ein Thema durch den Schlosspark. Geführt werden Sie durch einen Audioguide, der Ihnen in jedem Raum interessante Informationen und Hinweise zum Gesamtkontext der Räume und Exponate bietet. Im Begleitheft finden Sie zu jedem Ausstellungsraum die passende Nummer für den Audioguide sowie interessante Hintergrundinformationen zu jedem einzelnen Exponat. Die Nutzung beide Begleiter ist im Ticketpreis enthalten und stehen Ihnen auch  für das Gartenthema zur Verfügung.

Die königlichen Top 3

Hier sind unsere Top 3 der Themengebiete, die Sie auf keinen Fall auslassen sollten

Königsbilder
Im Marmorsaal des Obergeschosses finden Sie eine beeindruckende Sammlung von Portraits und Darstellungen des Königs, die während seiner Lebenszeit entstanden sind. Die Abbildungen reichen von offiziellen Portraits über Karikaturen bis zum Abguss der Totenmaske. Entdecken Sie, wie Markenbildung und Anheizen der Nachfrage durch Verknappung schon im 18. Jahrhundert funktionierten.

Tagesgeschäft

Königliche Tabatière

©Paris, Musée de Louvre, Départment des Objets, d`Art. Foto: Martine Beck-Coppola

In der Wohnung, die Friedrich im Neuen Palais bewohnte, finden Sie persönliche Dinge aus seinem Privatbesitz. So gehören einige Schnupftabakdosen aus seiner umfangreichen Sammlung ebenso dazu wie seine Flöte und sein Notenpult. Der strikt durchgeplante Tagesablauf des Königs wird in den 10 Räumen für Sie erlebbar gemacht. Die Einrichtung ist zum Großteil noch authentisch und ermöglicht überraschende Einsichten zu seinen Vorlieben und seinem Alltag.

Verhältnisse
Direkt neben der Königswohnung können Sie die wichtigsten Wegbegleiter und Vertrauten seines Lebens näher kennenlernen. Von Einigen hat er sich vor Ablauf der Zeit abgewendet, Andere hat die Zeit ihm genommen.  Gegen Ende seines Lebens zog er sich menschlich mehr und mehr zurück und bevorzugte die Gesellschaft seiner Hunde. Sehr interessante Exponate verdeutlichen den Stellenwert bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit für den Menschen Friedrich.

Da die Ausstellung nur bis zum 28. Oktober 2012 zu sehen sein wird, sollten Sie sich beeilen! Eine Verlängerung wird es wohl nicht geben, da einige der Exponate internationale Leihgaben sind, die an ihrem angestammten Platz zurückerwartet werden. Das Neue Palais wird über die Wintermonate geschlossen, die Ausstellung wird rückgebaut und  umfangreiche Sanierungsarbeiten im Rahmen des Masterplanes  schließen sich an. Erst im Frühjahr 2013 wird das etablierte Führungsprogramm im neuen Palais wieder angeboten.

Quellen:
www.spsg.de
www.friederisiko.de

Unsere Königin-Luise-Sommertour

Aktivitäten, Beitragsserie, Berlin, Geschichte, Kultur

Wie Sie sicher wissen, ist Königin Luise die Namenspatronin unseres Hotels am Kurfürstendamm. Aber Hand aufs Herz; was wissen Sie darüber hinaus über sie?

Schloss Paretz

Schloss Paretz ©SPSG, Foto: Michael Lueder

Gehen Sie mit uns auf Spurensuche in den Schlössern, Parks und Gärten in Berlin und Brandenburg. Wir stellen Ihnen die Orte vor, an denen sich Königin Luise Zeit Ihres Lebens aufgehalten hat. Einige zählten zu den Lieblingsorten der Königin. Andere entstanden erst nach Ihrem früheren Tod und halten die Erinnerung an Sie bis heute lebendig.

Schloss Charlottenburg

Schloss Charlottenburg Berlin ©SPSG, Foto: Hans Bach

In regelmäßigen Abständen werden wir Ihnen an dieser Stelle Touren und Orte vorstellen, die für den Geschichtsinteressierten ebenso interessant sind, wie für den Ausflügler. Entdecken Sie für sich neue Ausflugsziele oder lernen Sie bekannte Orte unter einem neuen Aspekt kennen.

Folgen Sie uns also auf den Etappen unserer Königin-Luise-Sommertour!

Die Pfaueninsel
Die Luiseninsel im Tiergarten
Schloss Charlottenburg