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Friederisiko – Privataudienz beim König

Aktivitäten, Allgemein, Geschichte, Kultur

Friedrich der Grosse ©SPSG, Foto: Wolfgang Pfauder

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Sollten Sie schon einmal von einem König gehört haben, der die Kartoffel nach Preussen brachte und dessen Knauserigkeit sprichwörtlich ist, dann sollten Sie diese Ausstellung lieber nicht besuchen, denn nichts von alledem werden Sie hier wiederfinden.
Aber auch als Interessierter für preußische Geschichte im Allgemeinen und Friedrich II. im Speziellen, sollten Sie vor Ihrer Audienz ein paar Hausaufgaben machen. Die Ausstellung ist derart umfangreich, dass sich die Ganzheit im Rahmen eines Besuches nur schwer erleben lässt. Daher sollten Sie im Vorfeld die Themengebiete auswählen, die Sie besonders interessieren. Dazu bietet sich die gleichlautende Internetseite der Ausstellung an.  Nach der Besichtigung Ihrer Favoriten vor Ort entscheiden Sie einfach spontan welche Gebiete Sie außerdem ansehen möchten. Die Ausstellung ist nicht zu vergleichen mit den Ihnen vielleicht bekannten Schlossbesichtigungen, während derer Sie von Objekt zu Objekt lustwandeln und sich an der Pracht der Räume und des antiken Interieurs erfreuen. Nein, hier ist intellektueller Einsatz gefragt und ein historisches Grundwissen über das 18. Jahrhundert ist von Vorteil. Damit sind Sie gut vorbereitet, um in die charakterlichen Tiefen Friedrich II. einzutauchen.

Seine königliche Hoheit lässt bitten!

Marmorsaal ©SPSG, Foto: Hans Bach

Das Besondere ist die Tatsache, dass fast das gesamte Neue Palais (72 Säle) für die Besucher zugänglich ist. Somit werden Sie auch  Räume entdecken, die ihrer Restaurierung noch harren und üblicherweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Sie können sich innerhalb des Schlosses fast uneingeschränkt bewegen und Ihren Weg frei wählen. Bleiben Sie nur strikt auf den maulbeerfarbenen Pfaden und öffnen Sie nur Türen mit einer grünen Papierrosette an Knauf. Zur Auswahl stehen 12 Themengebiete, davon führt ein Thema durch den Schlosspark. Geführt werden Sie durch einen Audioguide, der Ihnen in jedem Raum interessante Informationen und Hinweise zum Gesamtkontext der Räume und Exponate bietet. Im Begleitheft finden Sie zu jedem Ausstellungsraum die passende Nummer für den Audioguide sowie interessante Hintergrundinformationen zu jedem einzelnen Exponat. Die Nutzung beide Begleiter ist im Ticketpreis enthalten und stehen Ihnen auch  für das Gartenthema zur Verfügung.

Die königlichen Top 3

Hier sind unsere Top 3 der Themengebiete, die Sie auf keinen Fall auslassen sollten

Königsbilder
Im Marmorsaal des Obergeschosses finden Sie eine beeindruckende Sammlung von Portraits und Darstellungen des Königs, die während seiner Lebenszeit entstanden sind. Die Abbildungen reichen von offiziellen Portraits über Karikaturen bis zum Abguss der Totenmaske. Entdecken Sie, wie Markenbildung und Anheizen der Nachfrage durch Verknappung schon im 18. Jahrhundert funktionierten.

Tagesgeschäft

Königliche Tabatière

©Paris, Musée de Louvre, Départment des Objets, d`Art. Foto: Martine Beck-Coppola

In der Wohnung, die Friedrich im Neuen Palais bewohnte, finden Sie persönliche Dinge aus seinem Privatbesitz. So gehören einige Schnupftabakdosen aus seiner umfangreichen Sammlung ebenso dazu wie seine Flöte und sein Notenpult. Der strikt durchgeplante Tagesablauf des Königs wird in den 10 Räumen für Sie erlebbar gemacht. Die Einrichtung ist zum Großteil noch authentisch und ermöglicht überraschende Einsichten zu seinen Vorlieben und seinem Alltag.

Verhältnisse
Direkt neben der Königswohnung können Sie die wichtigsten Wegbegleiter und Vertrauten seines Lebens näher kennenlernen. Von Einigen hat er sich vor Ablauf der Zeit abgewendet, Andere hat die Zeit ihm genommen.  Gegen Ende seines Lebens zog er sich menschlich mehr und mehr zurück und bevorzugte die Gesellschaft seiner Hunde. Sehr interessante Exponate verdeutlichen den Stellenwert bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit für den Menschen Friedrich.

Da die Ausstellung nur bis zum 28. Oktober 2012 zu sehen sein wird, sollten Sie sich beeilen! Eine Verlängerung wird es wohl nicht geben, da einige der Exponate internationale Leihgaben sind, die an ihrem angestammten Platz zurückerwartet werden. Das Neue Palais wird über die Wintermonate geschlossen, die Ausstellung wird rückgebaut und  umfangreiche Sanierungsarbeiten im Rahmen des Masterplanes  schließen sich an. Erst im Frühjahr 2013 wird das etablierte Führungsprogramm im neuen Palais wieder angeboten.

Quellen:
www.spsg.de
www.friederisiko.de